Nebenwirkungen

Radikale Prostatektomie

Operationsrisiko

Wie alle anderen Operationen auch, birgt die radikale Prostatektomie das Narkoserisiko, das Risiko von Thrombosen sowie ein gewisses Infektionsrisiko - vor allem bei der offenen Schnittführung. Zudem können aufgrund des Blutverlustes Bluttransfusionen notwendig werden. Aus diesem Grund wird der Patient im Vorfeld der Operation in manchen Kliniken aufgefordert, Eigenblut zu spenden.

Bitte informieren Sie sich sehr genau über mögliche Nebenwirkungen, die von Therapieform zu Therapieform sehr unterschiedlich sein können.

Inkontinenz

Die mögliche Nebenwirkung, die die Patienten am meisten befürchten, ist die Inkontinenz. Die Harnröhre läuft durch die Prostata. Wird die Prostata entfernt, wird die Länge der Harnröhre reduziert. Außerdem wird der innere Schließmuskel am Blasenhals komplett entfernt und die Blase mit dem äußeren Schließmuskel wieder an den Harnröhrenstumpf angenäht. Dieses Vorgehen führt in Abhängigkeit zur Erfahrung des Operateurs zu einer Inkontinenzrate zwischen 5 und 30 %. Diese Zahlen schließen alle Schweregrade der Inkontinenz mit ein - vom sehr leichten Fall, bei dem ein Patient nur wenige Tropfen Urin am Tag verliert, bis hin zu schwerwiegenden Fällen, bei denen die gesamte Kontrolle über das Wasserlassen verloren gegangen ist. Diese komplette Inkontinenz tritt internationalen Statistiken zufolge leider noch immer in 5 bis 10 % der Fälle auf.

Impotenz

Auch die Potenz der Patienten wird durch die Radikaloperation und die damit mögliche Beeinträchtigung der Gefäß- und Nervenstrukturen, die an der Prostatakapsel entlangziehen, beeinflusst. Konnten bei der Operation diese feinen Strukturen nicht erhalten werden, ist in nahezu 100 % der Fälle mit einem vollständigen Verlust der Erektionsfähigkeit zu rechnen. Bei Operationsverfahren, die aufgrund eines noch nicht weit fortgeschrittenen Karzinoms die Schonung der Gefäß- und Nervenstrukturen zumindest auf einer Seite zulassen, kann die Erektionsfähigkeit in bis zur Hälfte der Fälle erhalten werden.

Strahlentherapie/Brachytherapie

Operationsrisiko

Auch bei einer Seedimplantation wird der Patient über einen kurzen Zeitraum narkotisiert. Dadurch, dass die Implantation wesentlich kürzer dauert als eine radikale Prostatektomie, sind das Narkoserisiko und auch die übrigen Operationsrisiken deutlich geringer. Bei einer perkutanen, also äußerlichen Strahlentherapie, entfällt sämtliches Operationsrisiko.

Inkontinenz

Das Inkontinenzrisiko ist bei der Strahlentherapie fast komplett ausgeschaltet. Sehr wenige Patienten berichten über eine sehr leichte Form der Inkontinenz, bei der nur einige Tropfen Urin am Tag unkontrolliert abgegeben werden. Selbst in diesen Fällen ist mit einer Besserung im Laufe der Zeit zu rechnen.

Impotenz

Bei der Strahlentherapie ist das Risiko für Erektionsstörungen ebenfalls stark vermindert. Diese können zwar nicht komplett ausgeschlossen werden, jedoch haben 80 % der Patienten direkt nach der Behandlung keine Beeinträchtigung ihrer Potenz feststellen können.

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