Risikofaktoren

Jeder dritte Mann ist prinzipiell betroffen

Ärzte und Wissenschaftler konnten nachweisen, dass durchschnittlich jeder dritte Mann in Deutschland ein latentes, das heißt schlafendes Prostatakarzinom in sich trägt. Die Wahrscheinlichkeit, ob das latente Geschwür harmlos bleibt oder zu einer lebensbedrohlichen Krebserkrankung führt, ist von einer Vielzahl von Risikofaktoren abhängig, die zu einem Teil individuell bedingt, zum anderen Teil von äußeren Einflüssen abhängig sind.

Unbeeinflussbare Faktoren

Zu den individuellen und damit nicht beeinflussbaren Risikofaktoren zählen das Alter, die familiäre Belastung, der Hormonstatus und die ethnische Zugehörigkeit.

Alter

Die Zahl der Prostatakrebsneuerkrankungen nimmt mit dem Alter stetig zu. Während bei den 45- bis 59-Jährigen durchschnittlich 34 von 100.000 Männern pro Jahr an Prostatakrebs erkranken, sind es bei den 60- bis 74-Jährigen schon 278. Bei den über 75-Jährigen treten Prostatakarzinome mit 810 Neuerkrankungen auf 100.000 Männer um einiges häufiger auf.

Familiäre Belastung

In Deutschland liegt die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit, an Prostatakrebs zu erkranken, bei ca. 14 %. Aufgrund einer genetischen Disposition treten Prostatakarzinome in manchen Familien gehäuft auf. Der Krebs selbst kann nicht vererbt werden. Es werden lediglich veränderte bzw. defekte Gene weitergegeben, die unter speziellen Voraussetzungen für die Entstehung von Krebszellen verantwortlich sind. Ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, haben Männer, deren Vater oder Bruder daran erkrankt ist. Sind dagegen Vater und Bruder erkrankt, steigt das Risiko auf das Fünffache. Trotzdem sind nur ca. 5 % der Neuerkrankungen genetisch bedingt. Männer, in deren Familien Prostatakarzinome häufiger auftreten, sollten deshalb schon spätestens ab dem 40. Lebensjahr eine jährliche Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen.

Hormonstatus

Das männliche Geschlechtshormon Testosteron wirkt maßgeblich auf das Wachstum und die Funktion der Prostata ein. Durch seinen Einfluss auf die Zellteilung kann ein Überschuss an Testosteron (zum Beispiel durch eine Fehlsteuerung im Hypophysen-Hypothalamus-System) das Wachstum von Prostatakrebszellen und Metastasen fördern.

Ethnische Zugehörigkeit und andere Faktoren

Beobachtungen in den USA haben ergeben, dass Männer schwarzafrikanischen Ursprungs ein wesentlich höheres Risiko haben, an Prostatakrebs zu erkranken als Europäer oder Asiaten.

In den 90er Jahren wurde ein Zusammenhang zwischen der Vasektomie (operative Durchtrennung der Samenleiter zu Verhütungszwecken) und Prostatakrebs vermutet. Diese Vermutung konnte aber in mehreren Studien widerlegt werden. Außerdem ist eine Verbindung zwischen der Entwicklung eines Prostatakarzinoms und dem Sexualverhalten, Viren sowie der Prostatahyperplasie, also der gutartigen Vergrößerung der Prostata im Alter, bislang nicht nachweisbar.

Was kann ich selbst tun?

Zu den äußeren Einflüssen, die sich begünstigend auf die Entstehung eines Prostatakarzinoms auswirken, zählen das Rauchen, die Ernährung sowie in diesem Zusammenhang das Übergewicht und zu wenig körperliche Aktivität. Die internationale Vereinigung zur Erforschung und Förderung der Krebsprävention "World Cancer Research Fund" nimmt an, dass ungefähr zwei Drittel aller Krebserkrankungen durch das Aufgeben des Rauchens und durch gesunde Ernährung vermieden werden könnten.

 

Geben Sie das Rauchen auf - Ihr Körper wird es Ihnen vielfach danken!

 

Mit einer gesunden Lebensweise, ausreichend Bewegung und einer abwechslungsreichen Ernährung können Sie selbst aktiv werden, um Prostatakrebs sowie anderen Krebs- und Stoffwechselerkrankungen vorzubeugen.

Rauchen

Zigarettenrauch enthält gewebeschädigende freie Radikale, die für die Krebsentwicklung verantwortlich sind. Aber auch das eingeatmete Kadmium könnte eine signifikante Rolle bei der Entstehung von Prostatakarzinomen spielen.
Die Vereinigung zur Erforschung und Förderung der Krebsprävention "World Cancer Research Fund" nimmt an, dass ungefähr zwei Drittel aller Krebserkrankungen durch das Aufgeben des Rauchens und durch gesunde Ernährung vermieden werden könnten.

Übergewicht und Ernährung

Übergewicht (ab einem Body Mass Index von etwa 25) begünstigt die Entstehung und Entwicklung von Krebserkrankungen, die hormonabhängig sind, denn menschliches Fettgewebe ist für eine übermäßige Hormonproduktion mit verantwortlich.

Zusätzlich hat ein Mann mit hohem Konsum von rotem Fleisch und tierischen Fetten gegenüber einem gleichaltrigen Vegetarier ein wesentlich größeres Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Eine einseitige Ernährung mit wenig Obst und Gemüse sowie wenigen Ballaststoffen kann einen Mangel an Vitaminen und Spurenelementen nach sich ziehen. Da einige dieser Stoffe für den Schutz der Körperzellen vor freien Radikalen eine große Rolle spielen, begünstigt ein Mangel die Entstehung und das Wachstum von Krebszellen.

Mit einer ausgewogenen Ernährung mit wenig Fett und rotem Fleisch, dafür aber viel Gemüse, Obst, Fisch und qualitativ hochwertigen pflanzlichen Fetten sorgen Sie nicht nur für eine ausreichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung, sondern auch langfristig für ein gesundes Gewicht.

Mangel an körperlicher Aktivität

Ein Zusammenhang zwischen fehlender körperlicher Aktivität und der Entstehung von Prostatakrebs konnte in mehreren amerikanischen und skandinavischen Studien nachgewiesen werden. Vor allem langes Sitzen scheint ein ernstzunehmender Risikofaktor zu sein.

Schon regelmäßige körperliche Aktivität für 45 Minuten dreimal pro Woche wirkt sich positiv auf die körpereigene Immunabwehr aus. Regelmäßiger (Ausdauer-) Sport ist die effektivste Möglichkeit, Fett abzubauen. Viel bewirkt oft schon, sich bewusst auf eine aktivere Lebensweise einzustellen: Treppe statt Fahrstuhl, öfter mal das Auto stehen lassen, wenn eine Strecke auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden kann.

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