Alles auf einen Blick

Lieber Patient,

Sie haben sich nach einem ausführlichen Konsultationsgespräch mit Ihren Ärzten für die iBrachy-Therapie, die interstitielle Brachytherapie auf hohem Qualitätsniveau, entschieden. In den kommenden Tagen wird der bevorstehende Eingriff für Sie und Ihre Familie immer wieder ein Thema sein. Diese Patienten-Information soll die wichtigsten Aspekte des Eingriffs nochmals erläutern und zusammenfassen:

Die interstitielle Brachytherapie gehört grundsätzlich zu den Verfahren der radioaktiven Bestrahlung. Im Gegensatz zur konventionellen, äußerlichen Bestrahlung, ist diese Kurzdistanz - Strahlung gewissermaßen wie ein „Nahkampf“ gegen den Prostatakrebs.

 

Die Idee der Brachytherapie

Wenn die Strahlen nicht erst gesundes Gewebe durchdringen müssen, um auf „Umwegen“ am eigentlichen Bestimmungsort anzukommen, wirken sie im direkten Einsatz gegen die Krebszellen effektiver. Dieser Ansatz der radioaktiven Bestrahlung des Prostatakarzinoms in direktem Kontakt mit dem zu behandelnden Gewebe geht bis in die Anfänge des 2O.Jahrhunderts zurück. Die medizinisch-technischen Verfahren auf diesem Gebiet machten seit Anfang der 1980er Jahre rasante Fortschritte. Inzwischen gestatten Ultraschall- und Röntgendurchleuchtung es, selbst winzigste anatomische Strukturen exakt darzustellen, wodurch der Arzt die Platzierung der radioaktiven Seeds präzise und ganz individuell bestimmen kann.

 

Der Eingriff dauert nicht länger als 90 Minuten

Die Implantation erfolgt über den Bereich zwischen Hoden und After, den Damm. Dort werden dünne Hohlnadeln eingeführt, durch die die radioaktiven Seeds in die Prostata geschoben werden. Damit die Stifte sich innerhalb der Prostata nicht mehr bewegen können sind sie durch Fäden miteinander verbunden, die erst nach einiger Zeit vom Körper aufgelöst (resorbiert) werden.

Die kaum reiskorngroßen Stifte verbleiben in der Prostata, weshalb man auch von permanenten Implantaten spricht. Von nun an geben sie ihre therapeutische Strahlung über einen Zeitraum von mehreren Monaten ab. Dabei geht die Dosisleistung immer weiter zurück, so dass am Ende der Therapie praktisch keine Strahlung mehr messbar ist. Die titanummantelten Strahler sind für Sie als Patienten nicht spürbar, haben keine nachteilige Wirkung auf das umliegende Gewebe und reagieren nicht auf Metalldetektoren, wie man sie von Personenkontrollen auf Flugplätzen kennt.

Die Vorteile permanenter Implantate im Vergleich zur radikalen Prostatektomie und zur externen Strahlentherapie:es wird zielgerichtet das karzinogene Gewebe bestrahlt, umliegende Körperregionen und Organe lassen sich weitgehend schonen

- die Dosis der Strahlung kann mit ca. 145 Gray weit höher angesetzt werden, als bei einer äußeren Bestrahlung (ca. 70 Gray)
- Risiken wie Inkontinenz und Impotenz können eindeutig vermindert werden.
- Die Implantation der Strahler bedeutet keine wesentliche körperliche Belastung, weil Blutungsgefahr und Kreislaufbelastung geringer sind
- der Eingriff dauert etwa 60 bis 90 Minuten und kann in einen sehr kurzen stationären Aufenthalt ermöglicht werden.

Vergleichende Studien über die letzten 15 Jahre haben gezeigt, dass die langfristigen Überlebenschancen bei der Brachytherapie genauso gut sind wie bei der radikalen Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie).

Operationsvorbereitung und -durchführung

Die unmittelbare Operationsvorbereitung beginnt bereits vor dem geplanten Eingriff. Dazu nehmen die Urologen eine dreidimensionale Vermessung Ihrer Prostata und der umliegenden Organe (wie Enddarm und Blase) vor. Ziel ist, einerseits die richtige Lage, Anzahl und Verteilung der Seeds zu bestimmen und gleichzeitig eine Sicherheitszone zum umliegenden Gewebe zu ermitteln. Der Arzt will durch diesen Sicherheitsabstand eine Bestrahlung des gesunden Gewebes weitgehend reduzieren. Während dieser ultraschall- und computergestützen Untersuchung liegen Sie entspannt auf dem Rücken, in der gleichen Position wie am Tag der Operation. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für die spätere präzise Implantation der Seeds. Dann installiert man ein kleines Führungsgitter im Dammbereich zwischen Oberschenkeln und Hodensack. Dieses Hilfsinstrument des Operateurs ist zugleich ein Koordinatensystem, dessen feines Lochraster dem Arzt am Tag der Operation bei der Platzierung der Seeds helfen wird. Durch dieses Raster führt der Arzt bei der lmplantation dünne Hohlnadeln, in denen die radioaktiven Stifte liegen, in die Prostata ein. Hat die Nadel ihre korrekte Position erreicht, werden die Seeds punktgenau abgelegt. Die Seeds sind über resorbierbare Fäden miteinander verbunden, so dass sie in ihrer Lage und Anordnung verbleiben. Sie müssen also nicht befürchten, dass sie sich bei künftigen sportlichen Aktivitäten (Radfahren, Laufen usw.) verschieben.

Danach bleiben Sie für etwa zwei Stunden unter medizinischer Kontrolle im Aufwachraum.

 

Nach dem Eingriff

Am nächsten Tag erfolgt ein Arztgespräch, die postoperative Nachkontrolle und ein Verbandswechsel. Sie dürfen am ersten Tag nach der Operation nicht duschen. Nehmen Sie in der ersten Woche kein Vollbad und gehen Sie nicht Schwimmen. Vier Wochen sollten Sie nicht die Sauna besuchen und nicht extensiv Radfahren.

Sofern Sie uns von einem Urologen zugewiesen wurden, wird dieser Sie auch anschließend wieder betreuen. Er wird etwa vier Wochen nach dem Eingriff eine Computertomografie zur Kontrolle der Seed -Ablage und damit der Strahlungswirksamkeit veranlassen. Ein wichtiger Faktor ist die PSA-Wert-Bestimmung. Sie erfolgt erstmals nach drei Monaten und dann vierteljährlich innerhalb der kommenden beiden Jahre.

 

Mögliche Nebenwirkungen

Einige Patienten beobachten nach der Implantation ein gewisses Brennen beim Wasserlassen oder auch einen stärkeren Druck auf die Blase. Ebenso kann es zu einer leicht erhöhten Körpertemperatur kommen. Grund für diese Beschwerden sind lrritationen des Gewebes infolge der Nadelstiche sowie die einsetzende Reaktion auf die radioaktive Strahlung. Aber auch, wenn es Ihnen rundum gut geht und Sie das Gefühl haben, Bäume ausreißen zu können, sollten Sie sich in den ersten Tagen nach der Operation schonen und keine schweren körperlichen Arbeiten leisten.

Worauf zu achten ist

Männer mit zurückliegenden Herz- und Kreislauferkrankungen und/oder einem Schlaganfall sollten sich aufgrund der bevorstehenden Vollnarkose von Fachärzten gründlich untersuchen lassen, um sich ihre Narkosefähigkeit bestätigen zu lassen.
Oft wird in diesem Zusammenhang nach der Möglichkeit einer Spinalanästhesie gefragt. Obwohl diese Narkoseform nicht grundsätzlich auszuschließen ist, wird sie von uns ungern angewandt. Der Grund dafür liegt in der erforderlichen Genauigkeit der Seed-Ablage. Ein Patient in Spinalanästhesie trägt selbst durch kaum merkliche Bewegungen zu leichten Körperverlagerungen bei. Damit kann es zu Abweichungen in der vorausberechneten Ablage der Stifte kommen. Die Folgen können eine ungleiche Bestrahlung des Karzinoms oder eine nicht gewollte radioaktive Bestrahlung gesunden Gewebes sein.

Patienten, denen in einer früheren Prostataoperation zentrale Gewebeanteile der Vorsteherdrüse entfernt werden sind (TURP = Abhobelung der Prostata durch die Harnröhre), müssen mit einem erhöhten Harninkontinenzrisiko rechnen. lm Einzelfall, wenn nur wenig des ursprünglich vorhandenen Gewebes fehlt, kann die Seed-lmplantation ohne erhöhtes Risiko durchgeführt werden. Dies kann durch eine vorausgehende Ultraschallvermessung der Prostata festgestellt werden.

Bei einer deutlich vergrößerten Prostata (>60 ml) sollte die Operation nicht durchgeführt werden. Bewegt sich Ihr Prostatavolumen gemäß bisherigen Messungen in diesem Bereich, kann sich durch die sehr genauen Vermessungen unmittelbar vor dem Eingriff (s.u.) ergeben, dass der Grenzwert überschritten ist, und es ist zu prüfen, ob dem Eingriff eine Hormontherapie zur Schrumpfung der Prostata vorangehen sollte.

Männer, die bereits erhebliche Probleme beim Wasserlassen haben, müssen damit rechnen, dass eine weitere, aber fast immer vorübergehende Verschlechterung dieses Zustandes eintritt.

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